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Politik

Luxemburg reformiert Elternurlaub

Der Elternurlaub in Luxemburg soll in Zukunft flexibler gestaltet werden. Auch mehr Geld soll es vom Staat geben - auch für Kinder von Grezgängern.

Veröffentlicht par KaptanListe die 03/03/2015 | 9.549 Ansichten

Luxemburg will Elternzeit- und Geld reformieren – und zwar schon bald.

Am Montag hatte Familienministerin Corinne Cahen die Ergebnisse einer aktuellen TNS-ILRES-Umfrage vorgestellt.
1019 Einwohner und 216 Grenzgänger waren nach ihren Wünschen den Elternurlaub betreffend befragt worden.

Neben mehr Geld wünschen sich Familien der Erhebung zufolge mehr Flexibilität in der Gestaltung des Elternurlaubes.
Bisher ist die Elternzeit auf jeweils sechs Monate pro Elternteil festgesetzt.

Außerdem wünschen sich die Eltern die Anpassung des Elterngeldes an den Mindestlohn.
Besonders besser verdienende Eltern, oftmals sind es die Väter, nehmen keinen Elternurlaub, um nicht zuviel Geld zu verlieren.
Der Studie zufolge nahmen lediglich 20 Prozent der Männer beim ersten Kind die Möglichkeit der Elternzeit in Anspruch.

Viele Eltern sehen in einer längeren Pause vom Job auch das Risiko, die Karriere zu vernachlässigen.

Corinne Cahen will den Eltern in Zukunft verschiedene Modelle zur Auswahl stellen.
Das Elterngeld soll dabei auf die Höhe des Mindestlohnes (1922 Euro) angehoben werden.
Weiterhin soll neben dem derzeitigen Modell auch ein kürzerer Elternurlaub möglich sein, bei dem der monatliche Bezug bei 2880 Euro liegen soll.
Weiterhin wird es die Möglichkeit geben, die 6 Monate Elternzeit auch 12 Monate in Teilzeit zu nehmen.
Nach wie vor wird da allerdings der Arbeitgeber zustimmen müssen.

Mütter sollen künftig nach dem Mutterschutz auf Wunsch weitere 4 Wochen von der Arbeit freigestellt werden können.
Ob sie dabei das Kind tatsächlich stillen, ist , anders als zuvor, unerheblich.
Ein Attest ist entsprechend nicht mehr nötig.

 

 
 

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regengott
17 Kommentare
Vor 6 Jahren

Auch ich habe auf meinen Elternurlaub verzichtet, nicht aus Karrieresorgen, sondern aus rein wirtschaftlichen Erwägungen. Da ich der Hauptverdiener in unserer Familie bin und unser Leben z.T. auf mein Einkommen aufgebaut ist, war es mir nicht vergönnt die Zeit zu nutzen. Die neuen Regelungen würden es Vätern wie mir ermöglichen auch die Zeit zu genießen ohne zu große finanzielle Einbußen zu befürchten.
Ich bin der Meinung, dass es sich eine Gesellschaft mit sinkenden Bevölkerungszahlen alles mögliche tun sollte um zumindest den Status quo zu erhalten, vor allem, wenn unsere Sozialsysteme auf dem Prinzip beruhen, die Jungen zahlen für die Alten und die Starken für die Schwachen.