icon recherche
Arbeit

52 statt 19 Tage im Homeoffice für Grenzgänger – Ausnahme verlängert

Digitalgipfel zum Doppelsteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Luxemburg: Hier nochmal anschauen!Die Corona-Ausnahme ist vorerst bis September verlängert worden.

Veröffentlicht par Eddy Thor die 25/06/2021 | 6.984 Ansichten
comments6 Kommentare

Am Dienstagabend hatte Andreas Steier, Bundestagsabgeordneter der CDU aus Pellingen, zum Digitalgipfel geladen.
Das Thema ist wichtig für alle Grenzgänger.
Es geht um das Doppelsteuerungsabkommen zwischen Luxemburg und Deutschland.
Das besagt bislang, dass Grenzgänger 19 Tage im Jahr von ihrem Zuhause in Deutschland arbeiten dürfen, ohne den dafür anfallenden Lohn in der Bundesrepublik versteuern zu müssen.
Ab 20 Tagen muss jeder einzelne in Deutschland gearbeitete Tag auch dort versteuert werden.

Die Corona-Pandemie hat nun viel verändert. Es hat sich gezeigt, dass viel mehr Home-Office möglich wäre.
Besonders Grenzgänger verlieren viel Lebenszeit auf dem Weg zur oder von der Arbeit,
Ab und zu von Zuhause arbeiten zu dürfen, würde ohne Frage sowohl ökonomisch als auch ökologisch Sinn machen.
Und das Thema Work-Life-Balance rückt ohnehin immer mehr in den Vordergrund.

Es geht um Ausgleichszahlungen

Der Standpunkt von Andreas Steier ist klar.
Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie zeigten, dass flexible Arbeitsbedingungen mit Homeoffice-Möglichkeiten für deutsche Grenzpendler zu weniger Verkehr und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf geführt haben.
Es sei sinnvoll, die aktuelle 19-Tage-Steuerregel auszuweiten. Da dem deutschen Staat dadurch Einnahmen zur Finanzierung der sozialen Einrichtungen fehlten, setze ich mich für Verhandlungen mit Luxemburg über einen finanziellen Ausgleich ein.
Mit Belgien hat Luxemburg bereits entsprechende Vereinbarungen.

Relevanter Artikel: Rheinland-Pfalz fordert erneut finanziellen Ausgleich von Luxemburg

Steiers Plan ist, die 19-Tage-Regel auf 52 Tage auszuweiten und gleichzeitig mit dem Großherzogtum eine Vereinbarung über die Zahlung von Ausgleichbeträgen zu erzielen.

Sozialversicherung nicht zu unterschätzen

Es geht aber nicht nur um Die Lohnsteuer, sondern auch um die Sozialversicherung.
Wer mehr als 25 Prozent seiner Tätigkeit im Wohnsitzland Deutschland arbeitet, gehört nicht dem luxemburgischen, sondern dem deutschen Sozialsystem an. Das hätte dann Folgen für Krankenversicherung und Rente.

Die Thematik ist also sehr komplex und wird wohl einige Verhandlungen beider Länder mit sich ziehen.
Das etwas passieren muss, darüber waren sich alle Teilnehmer des Digitalgipfels einig.

Relevanter Artikel: Grenzgänger trotz Home-Office in Luxemburg sozialversicherungspflichtig

Wer mehr über die Hintergründe und den Stand der Dinge zu dem Thema wissen möchte, sollte sich den Digitalgipfel unbedingt anschauen!

Corona-Ausnahme hat vorerst weiter Gültigkeit

Steier hat am Freitag vom Bundesfinanzministerium einen aktuellen Zwischenstand über die Dauer der Aussetzung der 19-Tage-Regel erhalten.
Im Brief der Parlamentarischen Staatssekretärin Sarah Ryglewski heißt es: „Die Verständigungsvereinbarung vom 7. Oktober 2020 ist weiterhin gültig. Sie verlängert sich grundsätzlich automatisch, sofern sie nicht von einem der Vertragsstaaten oder einvernehmlich von beiden Vertragsstaaten gekündigt wird. Aufgrund der noch anhaltenden pandemischen Lage soll die Verständigungsvereinbarung – zumindest von deutscher Seite aus – nicht vor Ende September 2021 gekündigt werden. Eine erneute Evaluierung aus deutscher Sicht ist für September 2021 geplant.“
Aus Steiers Sicht sollte die Regelung bis Ende dieses Jahres ausgesetzt bleiben und die Reform noch vor dem Regierungswechsel nach der Bundestagswahl am 26. September verhandelt werden.

 

Zweimal die Woche , Erhalten Sie den kostenlosen Newsletter von diegrenzgaenger.lu

Anderswo im Internet

transfrontalier123
46 Kommentare
Vor 3 Monaten

Man merkt es ist Wahlkampf und deshalb bemüht sich der Herr Steier um uns Grenzgänger, auf dass wir ihn wählen.
Nun denn, Herr Steier, dann geben Sie mal Gas, wenn sie das mit den 52 Tagen hinkriegen spricht nix dagegen sie zu wählen, wenn die Frau Dreyer schneller ist kriegt natürlich die SPD unsere Stimmen.

foxi1000
96 Kommentare
Vor 3 Monaten

Wäre aber traurig wenn das der Grund wäre CDU oder SPD zu wählen. Es ist an der Zeit den grossen Parteien einen Denkzettel zu verpassen.

info
2915 Kommentare
Vor 3 Monaten

Wenn es an der Zeit ist den "großen Parteien" einen Denkzettel zu verpassen ist die SPD wohl eher nicht dabei, da die Grünen ja wohl vor der SPD liegt. Selbst die drei zusammen kommen ja mal gerade auf +-55%.

foxi1000
96 Kommentare
Vor 3 Monaten

Auch die Günen zählen für mich zu den "großen Parteien".

transfrontalier123
46 Kommentare
Vor 2 Monaten

Ich hab mirs überlegt Herr Steier, ich will zwei Tage Homeoffice pro Woche dann wähle ich Sie, sonst nicht.
Gruss

rudi68
88 Kommentare
Vor 3 Wochen

Herr Steier, war das jetzt alles? Ein bisschen mehr Arrangement wäre wohl angebracht. So sollte kein Grenzgänger sie wählen.