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Mobilität

“Blow up”: Hitze lässt Asphalt sprengen – ADAC warnt

Wegen der Gluthitze können die Asphaltdecken aufbrechen. die sogenannten Blow-ups sind für Motorradfahrer und Autofahrer gefährlich.

Veröffentlicht par KaptanListe die 04/07/2015 | 1.427 Ansichten

Es klingt wie die Szene aus einem Horror-Film: Aus dem Nichts wölbt sich die Fahrbahndecke auf der Autobahn in die Höhe. Wer sich zu dem Zeitpunkt auf der Straße befindet, hat keine Chance mehr auszuweichen.

Dieser Alptraum wurde am Mittwoch, den 19. Juni, auf der A 93 bei Abensberg in Bayern Wirklichkeit: Gegen 15.30 Uhr bildete sich auf der zweispurigen Fahrbahn in Richtung Regensburg ein einen halben Meter hoher Hügel. Ein Motorradfahrer stürzte darüber, knallte in die Leitplanke und starb noch am Unfallort. Vier Autos kamen ebenfalls ins Schleudern und wurden beschädigt, vier Menschen erlitten leichte Verletzungen. 

„Blow Up“ heißen diese plötzlich auftretenden Hubbel. Schuld daran ist die Hitze. „Wenn es schnell heiß wird und die Hitze über mehrere Tage anhält, heizt sich die Fahrbahn auf und wölbt sich“, erklärt ADAC Straßenplaner Jürgen Berlitz. „Betonstraßen können sich aber nicht so sehr verformen wie Fahrbahnen aus Asphalt. Deshalb platzen sie auf.“ Das betrifft besonders alte Autobahnen und dort vor allem Fugen, Nahtstellen und Abschnitte, die schon von Reparaturen geschwächt sind. In Deutschland bestehen rund 70 Prozent der Autobahnen aus Asphalt, etwa 30 Prozent sind Betonfahrbahnen.

Sich als Autofahrer vor Blow Ups zu schützen, ist schwierig. Vorsichtig und auf Sicht zu fahren, ist ein erster Schritt, aber gerade auf der Autobahn nicht so einfach. „Vor allem, weil die Straße bei Blow Ups häufig sehr schnell aufplatzt und oft auch schon wenige Zentimeter reichen, damit es zu Schäden oder einem Unfall kommt“, sagt Berlitz.

Entsprechend kompliziert ist die Frage, wer im Falle eines Falles haftet. „Wenn es so heiß ist, müssen die Autobahn- und Straßenbaumeistereien die Fahrbahnen verstärkt kontrollieren“, erklärt Dr. Markus Schäpe, Leiter der Abteilung Verkehrsrecht beim ADAC. Stellen die Meistereien Schäden fest, müssen sie Warnschilder aufstellen oder die Strecken gegebenenfalls sperren. Nur wenn sie das nachweislich nicht getan haben und jemand zu Schaden kommt, muss der Staat dafür aufkommen.

Quelle: ADAC

 

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